0.0.1 ↑ Die Soziale Frage
0.0.1.1 ↑ Die Lage der Arbeiter im 19. Jhd.
- Bauernbefreiung
Geburtenanstieg (vermehrte Eheschließungen)
Landflucht
- Gewerbefreiheit
Zunahme von nicht konkurrenzfähigen Handwerkern [weil früher, mit den Zünften, genau so viele Handwerker wie gebraucht; jetzt konnte jeder Handwerker werden → zu viele Handwerker → zu wenig Geld/Nachfrage → Pleiten]
→ Pauperismus: Vorindustrielle Massenarmut
→ Reservoir an industriellen Arbeitskräften
0.0.1.2 ↑ ["Arbeit in einer Spinnerei" (B. S. 88, Quelle M4)
schlecht
5 Uhr–7 Uhr Arbeit, Tag von 3 Uhr–10 Uhr → nur fünf Stunden Schlaf
Forderung: Arbeitszeit von 6 Uhr–7 Uhr
Argumente:
Mütter nicht stark genug um Kinder zu gebären/erziehen etc. →
Weniger Leute fürs Militär
Leute sind schon mit 21 Jahren zu fertig/erschöpft etc.]
0.0.1.3 ↑ ["Fabrikordnung und Arbeitsdisziplin" (B. S. 86, Quelle M3)]
Überlange Arbeitszeiten
Niedriger Lohn
Fehlende Sicherheitsvorkehrungen
Abhängigkeit vom Unternehmer
Konkurrenz durch Frauen- und Kinderarbeit
Auflösung der Familie
Verwahrlosung der Kinder
Gesundheitliche Schäden
Wohnungselend
Keine soziale Sicherheit
Leben am Existenzminimum
Politische Rechtlosigkeit
Streikverbot
[Lage der Arbeiter, Lösungsvorschläge etc.] = Die Soziale Frage des 19. Jhd.
[Simplicissimus ← zeitkritische Zeitschrift]
0.0.1.4 ↑ ["Bitt schön, wenn der Herr Hund nicht alles aufessen kann..." (Karikatur von Th. Th. Heine)
Kind und Mutter (30, wirkt wie 70) aus Arbeiterschicht
Aufsteigende ("Neureiche") füttern Hund, trinken Tee
Kind und Mutter betteln um Essen, Aufsteigende sagen "Bitt schön, wenn der Herr Hund nicht alles aufessen kann..."]
0.0.1.5 ↑ ["Um Gotteswillen, Sie stehen ja auf dem Schatten seiner Durchlaucht!" (Karikatur von XXX)]
[Frauenbewegung ← bürgerliche Bewegung; die Arbeiterfrauen hatten gar keine Zeit dazu; primäre Ziele: Ausbildung und politische Rechte]
0.0.1.6 ↑ ["Ein bürgerlicher Fabrikbesitzer im kaiserlichen Berlin" (B. S. 114, Quelle M2)
Treibels ← Großbürger
Villa abseits der Fabrik
Berliner Tagesblatt oder Deutsches Tagesblatt? ← Sorge um politisches Weiterkommen
Wunsch nach einem Nebeneingang ← damit man die Küchenjungen nicht mehr sieht
Adelt pflegt auch Kontakt zum Bürgertum, zu den Aufsteigern (Motivation: Ausnutzung der Aufsteiger durch Verheiratung → Adel bekommt Geld [weil Adel (wenn nicht Hoch-Adel) hatte oft finanzielle Probleme (weil sie wussten ja nichts über Wirtschaft etc.)], Bürgertum bekommt Adelstitel)]
0.0.1.7 ↑ ["Arbeiterwohnungen und Kostgängerwesen in Chemnitz vor 1900" (B. S. 116, Quelle M3)
Ein Zimmer plus Wohnraum
Andere übernachten auch in Familienwohnungen
"Schlafgänger" übernachten und bekommen Morgenkaffee; Kosten: 2 Mark pro Woche
Entweder Trennung (oben, unterm Dach, Schlafgänger und unten Familie) oder Schlafgänger und Familie zusammen (aber selten zum Glück)
Am schlimmsten: stundenweiser Schlaf!
Hygiene (z.B. nur eine Toilette pro ganzem Wohnhaus)? Ungeziefer! Wäsche nur einmal pro Woche, etc.]
0.0.1.8 ↑ [Lösungsansätze für die Soziale Frage
Ausgehend von...
Appelle von Kirchen/Papst
Staatliche Maßnahmen
Kommunistische Theorie (Arbeiter sollten eine Revolution machen, Fabrikbesitzer xen etc.)
Unternehmer (weil kranke Arbeiter leisten weniger)]
0.0.1.9 ↑ [Gedicht über Krupp
Apotheose (Vergötterung) Krupps ("Ich bin Krupp, bin Euer Herr und Gott")
Glorifizierung Krupps (er sei der, der allen hilft, ohne an sich zu denken)
Krupp lässt sich nichts sagen
"Soll'n doch gehen wenn die Arbeiter meinen, sie wollen nicht mehr arbeiten" ← aber das können sie ja nicht weg!
Krupp ← "Vater" (Erziehung, nicht "Kumpel")
Wirklich wahr: wenn man sich gebeugt hat, und kein Sozialist war, dann gab's gewisse Fürsorge (sozialer Wohnungsbau, Schulen, Kantinen, etc.)]
[Armut: nicht mal Arbeit; Existenzminimum: wenigstens (schlechte) Arbeit]
[Ziel der Arbeiter: Frauen sollten nicht mehr arbeiten gehen müssen (Vorbild: Bürgertum, dort blieben ("selbstverständlich") die Frauen zu Hause) und einige wenige Frauen wollten Bildungsrechte]
[Friedrich Harkort wollte/hat gemacht:
Prämien, Lohnsteigerungen, Gewinnbeteiligung als Motivation für seine Arbeiter
Voraussetzung: Fleiß im Betrieb, "sittliche Bildung"
Eher väterlicher Ton (aber man musste selbstverständlich dem Vater gehorchen)
Maßnahmen wegen Sozialer Frage: Brave Arbeiter (insbesondere nicht politisch engagierte Proletarier) erhielten finanzielle Hilfen und Bildung (Sontagsschulen etc.)]
Wenn Arbeiter gebildeter wären, könnte man sie evtl. mehr einbeziehen
[Alfred Krupp wollte/hat gemacht:
Einreden von schlechtem Gewissen (er habe, um den Arbeitern zu helfen etc., Schulden gemacht etc.)
Verhältnis zu den Arbeitern: Er ist eindeutig Chef ("Herr im Haus"-Standpunkt)
Arbeiter sollten nicht politisch aktiv sein; stattdessen sollten sie sich lieber um die Absicherung ihrer Familie kümmern
Arbeiter hatten die Erfindungen ja nicht erfunden; daher sollten die Arbeiter den Erfindern danken, dass sie arbeiten können
Junge Arbeiter müssen ja erst noch in den Maschinen etc. geschult werden etc. (XXX Grammatik) → niedriger Lohn
In mittleren Jahren beste Arbeit → mehr Lohn
Im Alter arbeiten sie wieder weniger → wieder weniger Lohn (!)
Im Vergleich zu Harkort viel stärker
Maßnahmen wegen Sozialer Frage: Sozialwohnungsbau, anderes siehe weiter oben sowie ausgeteiltes Blatt]
0.0.1.10 ↑ ["Rerum Novarum" (B. S. 132, Quelle M4)
Appell an Moral der Arbeitgeber:
Gerechte Löhne
Anpassung an Geschlecht und Alter
Genügend Freizeit für religiöse Aktivitäten (insbesondere keine Sonntagsarbeit)
Keine Überbelastung
Appell an Arbeitnehmer:
Gutes Erledigen der Arbeit
Nichts anzetteln, keinen Aufstand und Gewalt etc. machen
Marxisten/Sozialisten wollen ja Revolution/Streik/etc. ← das findet Papst Leo XIII. schlecht
Der Appell wurde unterschiedlich aufgenommen.
Einige Arbeitgeber (z.B. Harkort) wollten schon helfen etc., ließen sich aber nicht vorschreiben, wie genau sie helfen sollten.
Aber manches wurde dennoch beeinflusst und leicht verbessert.
Bismarck ← hatte es nicht so mit'm Papst]